Drei US-Dollar pro tatsächlich eingechecktem Gast nennt 222 auf seiner Partnerseite für Restaurants. Der Anbieter organisiert nach eigener Beschreibung Reservierungen für Sechsergruppen. Für andere Veranstaltungsorte werden fünf Dollar pro eingechecktem Mitglied genannt. 222: Partnerangebot
222 stellt die Gästevermittlung als Alternative zu Werbeausgaben dar. Restaurants sollen für zugeführte Kundschaft bezahlen. Das gibt dem organisierten Kennenlernen eine zusätzliche geschäftliche Funktion: Es ist auch ein Weg, Lokale mit zahlenden Gästen zusammenzubringen.
Was die Teilnehmenden bezahlen
Timeleft beschreibt das Angebot aus Sicht der Gäste: Eine Mitgliedschaft ermöglicht die Buchung, Essen und Getränke werden zusätzlich im Lokal bezahlt. Den Mitgliedschaftspreis zeigt die App für das jeweilige Land an. Die Gruppenzusammenstellung berücksichtigt laut Anbieter unter anderem Quizantworten, Altersspanne und Sprache. Dazu kommt eine Restaurantreservierung. Timeleft: So funktioniert das Angebot
Timeleft verkauft die Organisation der Runde; das Lokal verkauft Essen und Getränke. Mitgliedschaft und Restaurantrechnung bezahlen unterschiedliche Leistungen. Du kannst einen Abend buchen, ohne selbst Gäste einladen oder einen Tisch für die Gruppe finden zu müssen.
Timeleft beschreibt dabei keine feste Tischgemeinschaft: Gruppen werden für einzelne Abende neu zusammengestellt. Ein Gruppenchat bleibt anschließend offen; bereits kennengelernte Kontakte lassen sich zu weiteren Buchungen einladen. Das Produkt enthält damit auch Funktionen für weitere Verabredungen mit denselben Menschen.
Nach welchen Kriterien Gäste vermittelt werden
Bei 222 wird die zweite Kundenseite ausdrücklich beworben. Für Partnerrestaurants verspricht die Seite eine bevorzugte Vermittlung ausgabestarker Mitglieder; sie verwendet dafür die Formulierung „high spend members“. 222: Angebot für Restaurants
Wie stark dieses Kriterium die tatsächliche Vermittlung bestimmt, erklärt die Partnerseite nicht. Die Seite zeigt aber, dass neben persönlicher Passung auch der geschäftliche Wert der Kundschaft zum Angebot gehört.
Diese Restaurantgebühren sind bei 222 dokumentiert. Timelefts hier ausgewertete Beschreibung erklärt dagegen die Mitgliedschaft der Gäste; daraus lässt sich kein entsprechendes Restaurantmodell für Timeleft ableiten.
Der Begriff „Matching“ lässt für sich genommen offen, welche Ziele ein Vermittlungsverfahren verfolgt. Menschen nach Sprache und Interessen zusammenzubringen ist eine Aufgabe. Für ein Restaurant Kundschaft mit passenden Konsumwünschen zu finden, ist eine weitere. Beides kann bei derselben Verabredung gelingen. Welche Rolle persönliche Interessen und geschäftliche Ziele bei einer konkreten Auswahl spielen, bleibt in den veröffentlichten Beschreibungen offen.
Der Text ordnet öffentliche Anbieterangaben ein. Quast hat für diesen Beitrag keinen Abend besucht und keine Gebührenabrechnung geprüft.
Quellen und Hinweise
Genannte Angebote können ihre Bedingungen ändern; aktuelle Angaben findest du beim jeweiligen Anbieter.