„Eintritt frei“ ist eine Auskunft für Gäste. Für das Team hinter einem offenen Treffen beantwortet sie die Kostenfrage nur zur Hälfte. Auch die Seite, auf der Menschen den Termin finden und sich anmelden, kann Geld kosten. Ob dabei eine Rechnung entsteht, hängt davon ab, was die Plattform verkauft: die Abwicklung einzelner Tickets, zusätzliche Werbung oder den dauerhaften Betrieb einer Gruppe.
Das lässt sich an Eventbrite und Meetup gut erkennen. Bei Eventbrite können kostenlose Tickets auch für Veranstaltende gebührenfrei bleiben. Bei Meetup kann dagegen ein kostenpflichtiges Veranstalterabo nötig sein, obwohl die Gäste nichts für den Besuch bezahlen. Beide Modelle können ein offenes Treffen tragen. Sie setzen das Geld an unterschiedlichen Stellen voraus.
Eventbrite: Kostenlose Tickets ohne Ticketgebühr
Eventbrite erklärt auf seiner deutschen Preisseite, dass sich unbegrenzt kostenlose Veranstaltungen gebührenfrei veröffentlichen lassen. Für kostenlose Tickets fallen keine Ticketbuchungsgebühren an. Zum beschriebenen Angebot gehören Veranstaltungsseiten, Anmeldungen, Erinnerungen und Werkzeuge für den Check-in. Ein kostenloser Platz kann also durchaus über ein Ticketsystem vergeben werden. Eventbrite: Preise und Funktionen
Die Plattform verkauft daneben Leistungen, die über diesen Zugang hinausgehen. Wer einen Termin mit Eventbrite Ads an hervorgehobenen Stellen bewerben möchte, bezahlt dafür zusätzlich. Auch erweiterter E-Mail-Versand wird als kostenpflichtige Ergänzung angeboten. Verfügbarkeit und Umfang unterscheiden sich nach Markt; die deutsche Seite weist ausdrücklich darauf hin, dass Eventbrite Ads nur in ausgewählten Märkten verfügbar ist.
Meetup: Bezahlt wird auch für die bestehende Gruppe
Meetup organisiert das Angebot um Gruppen. Das Standard-Abo erlaubt laut Hilfecenter bis zu drei Gruppen mit unbegrenzt vielen Mitgliedern. Veranstaltende können Termine planen, mit Mitgliedern kommunizieren und ein Leitungsteam einsetzen. Meetup nennt außerdem die Bewerbung der Gruppe im eigenen Netzwerk als Leistung. Die Gebühr betrifft damit eine fortlaufende Organisationsstruktur. Ob ihr für den einzelnen Abend Eintritt verlangt, ist eine weitere Entscheidung. Meetup: Standard-Abo für Veranstaltende
Es gibt allerdings einen kostenlosen Einstieg. Meetup Starter steht nach den aktuellen Bedingungen nur Menschen offen, die zuvor noch kein Veranstalterabo hatten, und wird über die Website angeboten. Er umfasst eine Gruppe, bis zu zwei Treffen vor Ort pro Kalendermonat und höchstens zehn Teilnehmende je Termin. Onlineveranstaltungen und die Funktion für wiederkehrende Termine gehören laut Meetup zu den kostenpflichtigen Plänen. Nach dem Wechsel zu einem bezahlten Plan ist eine Rückkehr zu Starter ausgeschlossen. Meetup: Bedingungen des kostenlosen Starter-Plans
Der genaue Abopreis lässt sich nicht als weltweit gültiger Betrag angeben. Meetup nennt Standort, Währung und den Abschluss über Website oder App als mögliche Ursachen unterschiedlicher Preise; Steuern können hinzukommen. Für eure Kalkulation zählt das Angebot, das für euer Konto und den gewählten Abrechnungszeitraum gilt.
Eine Anmeldeseite und neue Gäste sind verschiedene Leistungen
Wer schon eine erreichbare Stammrunde hat, braucht vielleicht vor allem eine Stelle für Zusagen und Änderungen. Ein neues offenes Treffen hat eine zusätzliche Aufgabe: Menschen müssen es überhaupt erst entdecken. Eventbrite beschreibt dafür seinen Veranstaltungsmarktplatz; Meetup nennt sein Netzwerk potenzieller Gruppenmitglieder. Das ist ein relevanter Teil des jeweiligen Angebots.
Die Anbieterbeschreibungen belegen jedoch keine bestimmte Zahl neuer Gäste für euren Termin. Eine öffentliche Veranstaltungsseite, die Sichtbarkeit einer Gruppe und eine bezahlte Anzeigenplatzierung sind unterschiedliche Leistungen. Wenn ihr allein nach der günstigsten Anmeldung entscheidet, bleibt womöglich die Frage offen, wie jemand außerhalb eures bisherigen Kreises auf den Abend stößt. Wer dagegen ein Abo vor allem wegen neuer Gäste bezahlt, sollte später auch nachsehen, ob diese Gäste über die Plattform gekommen sind.
Wann aus dem kostenlosen Treffen eine Plattformrechnung wird
Bei den beiden Modellen liegt diese Schwelle an unterschiedlichen Stellen. Bei Eventbrite werden nach der Preisseite Ticketgebühren relevant, sobald ihr kostenpflichtige Tickets anbietet. Die Gebühren lassen sich entweder den Ticketkäufern berechnen oder vom veranstaltenden Team übernehmen. Der Preis für die Gäste und der Betrag, der euch nach Gebühren bleibt, müssen deshalb gemeinsam betrachtet werden.
Bei Meetup kann die Schwelle schon mit den Anforderungen an die Organisation erreicht sein. Eine zusätzliche Veranstaltung im selben Kalendermonat oder eine größere Runde kann die Grenzen von Starter überschreiten, ohne dass ihr damit Einnahmen erzielt. Ein kostenloser Startplan ist deshalb noch kein Kostenmodell für jede spätere Form eures Treffens.
Wer trägt die Kosten, wenn der Zugang offen bleiben soll?
Ein Veranstalterabo muss nicht automatisch zu Eintritt führen. Es kann aus dem Budget eines Vereins, einer Einrichtung oder des Gastgeberteams bezahlt werden. Dann gehört diese Entscheidung aber ausdrücklich zur Planung. Sonst bleibt eine regelmäßige Ausgabe bei der Person hängen, die das Konto angelegt hat und ihre Zahlungsdaten hinterlegt.
Meetup nennt Mitgliedsbeiträge und Veranstaltungsgebühren selbst als Möglichkeiten, Kosten zu decken. Für ein bewusst kostenloses Angebot wären das Änderungen am Zugang: Ein Pflichtbeitrag verlangt auch von Menschen Geld, die nur gelegentlich kommen möchten. Ob die Gruppe das will, lässt sich nicht aus dem Funktionsumfang eines Abos ableiten.
Klärt die Finanzierung deshalb, solange ihr noch über die Plattform entscheidet. Wer übernimmt die Ausgabe während einer Pause? Wer entscheidet vor der nächsten Verlängerung? Und was geschieht mit dem offenen Treffen, wenn diese Person aufhört? Der kostenlose Eintritt bleibt für Gäste eine verlässliche Zusage, wenn das Team dahinter weiß, wie es ihn ermöglicht.
Dieser Vergleich beruht auf öffentlichen Anbieterangaben, geprüft am 5. November 2026. Quast hat dafür keine Veranstaltung angelegt und keine Abrechnung getestet.
Quellen und Hinweise
Genannte Angebote können ihre Bedingungen ändern; aktuelle Angaben findest du beim jeweiligen Anbieter.